Die Wiege “DaSein”

Immer mehr Familien sind mit der Pflege ihrer Angehörigen überfordert oder werden alleingelassen. Sie möchten oder können ihr zu  pflegendes Familienmitglied nicht in eine stationäre Pflegeeinrichtung geben. Selbst wenn ein ambulanter Fach-Pflegedienst eingebunden ist, bleiben in der Regel über 20 Stunden, die der pflegende Angehörige alleine bewältigen muss. 

Jeder sollte sich mit ganzer Kraft einbringen, um am Aufbau einer menschlichen Gesellschaft mitzuwirken. Deshalb verfolgen die Schirmherrin Andrea Berg und der Vorstand der Wiege mit dem DaSein-Projekt das Ziel, in der Gesellschaft die Mitverantwortung für ein menschliches Miteinander und die Nächstenliebe einzufordern, wenn Krankheit oder Altersschwäche dies notwendig machen. Sie verstehen sich quasi als „Aktivisten“ für den Schutz eines menschenwürdigen Lebens und Sterbens in familiärerUmgebung. 

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiege-DaSein Projektes unterstützen die pflegenden Angehörigen durch Zeitspenden bis zu mehreren Stunden täglich. Sie sind da, hören zu und machen Mut. Pflegerische Tätigkeiten werden nicht übernommen. Eine Unterstützung der Angehörigen bei pflegerischen Maßnahmen ist möglich.

Im Falle eines nahenden Todes, bleiben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 24 Stunden und wenn es sein muss auch über mehrere Tage in der Familie. Gemeinsam mit den Angehörigen und den Sterbenden, gestalten sie die Abschiedstage und helfen die Zeit des nahenden Todes auszuhalten. Ruhezeiten für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen mit den Angehörigen abgesprochen werden.

In jeder Region bildet sich ein Projektleitungsteam. Die Projektverantwortlichen prüfen, ob alle möglichen Ressourcen  zur Unterstützung der Familien ausgeschöpft wurden bzw. welche noch eingebunden werden können.

Menschen, denen wir helfen

Bundespräsident grüßt Guido Hass

Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit Guido Hass. Der Krefelder leidet seit seiner Geburt unter Muskeldystrophie. Bei einem Motorradunfall verlor er 1997 dann auch noch seinen linken Arm. Die ohnehin anfälligen Muskeln des heute 51-Jährigen wurden weiter geschwächt, nachdem er sich 2015 die Hüfte prellte und lange Zeit liegen musste. 2018 rutschte er schließlich von der Toilette und brach sich das linke Bein. Eine Amputation stand im Raum.

Saba hat zwei Pflege-Omas

Der Hilferuf an die Wiege hätte nicht lauter sein können. Im Herbst erreichte die Vorsitzenden ein Anruf der Stadt Krefeld, ob sie eine Möglichkeit sehen würden, eine junge afghanische Flüchtlingsfamilie bei der pflegerischen Betreuung der fünf Monate alten schwer kranken Tochter zu unterstützen. Die Kleine hatte während der Geburt einen Herz- und Atemstillstand erlitten, begleitet von Sauerstoffmangel und 20-minütiger Wiederbelebung.

Projektleitungsteam

Manfred Busch

Vorstandsbeauftragter

Karin Meincke

Vorstandsbeauftragte

Marie-Luise Florenz

Klaus Geurden

Detlef Müllers

Christian Ramrath

Elona Hubrach-Verhasselt