Die Wiege “DaSein”

Immer mehr Familien sind mit der Pflege ihrer Angehörigen überfordert oder werden alleingelassen. Sie möchten oder können ihr zu  pflegendes Familienmitglied nicht in eine stationäre Pflegeeinrichtung geben. Selbst wenn ein ambulanter Fach-Pflegedienst eingebunden ist, bleiben in der Regel über 20 Stunden, die der pflegende Angehörige alleine bewältigen muss. 

Jeder sollte sich mit ganzer Kraft einbringen, um am Aufbau einer menschlichen Gesellschaft mitzuwirken. Deshalb verfolgen die Schirmherrin Andrea Berg und der Vorstand der Wiege mit dem DaSein-Projekt das Ziel, in der Gesellschaft die Mitverantwortung für ein menschliches Miteinander und die Nächstenliebe einzufordern, wenn Krankheit oder Altersschwäche dies notwendig machen. Sie verstehen sich quasi als „Aktivisten“ für den Schutz eines menschenwürdigen Lebens und Sterbens in familiärerUmgebung. 

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiege-DaSein Projektes unterstützen die pflegenden Angehörigen durch Zeitspenden bis zu mehreren Stunden täglich. Sie sind da, hören zu und machen Mut. Pflegerische Tätigkeiten werden nicht übernommen. Eine Unterstützung der Angehörigen bei pflegerischen Maßnahmen ist möglich.

Im Falle eines nahenden Todes, bleiben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 24 Stunden und wenn es sein muss auch über mehrere Tage in der Familie. Gemeinsam mit den Angehörigen und den Sterbenden, gestalten sie die Abschiedstage und helfen die Zeit des nahenden Todes auszuhalten. Ruhezeiten für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen mit den Angehörigen abgesprochen werden.

In jeder Region bildet sich ein Projektleitungsteam. Die Projektverantwortlichen prüfen, ob alle möglichen Ressourcen  zur Unterstützung der Familien ausgeschöpft wurden bzw. welche noch eingebunden werden können.

Neues Projekt: Kochen für Kranke

Auf Grund der anhaltend hohen Inzidenzzahlen in der Corona – Pandemie soll das Infektionsschutzgesetz entsprechend angepasst werden. Da wir noch nicht wissen, welche weiteren Auflagen sich daraus für unser Projekt entwickeln, werden wir vorübergehend pausieren.

Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich weiter tätig werden können.

Sie arbeiten zusammen: Herbert Chrastek (l) ist leidenschaftlicher Koch. Walter Fasbender zeichnet als Projektleiter.

Ehrenamtliche Helfer des Vereins „Die Wiege“ unterstützen Schwerstkranke durch das Projekt „DaSein“ bereits seit langem durch Zeitspenden, die nicht selten mehrere Stunden täglich umfassen. In Gesprächen haben sie dabei erfahren, das sich die kranken Leute oftmals etwas richtig Schönes, Selbstgekochtes essen möchten. „Sie können aber aufgrund ihrer Erkrankungen nicht mehr am Herd stehen, haben keine Angehörigen oder es fehlen die finanziellen Mittel für besondere Gerichte“, berichtet Karin Meincke, die zweite Vorsitzende.

 Das war der Anatz für die engagierten Mitglieder von „Die Wiege“, das Projekt „Kleine Küche, große Wirkung“ mit einer „Prise Menschlichkeit“ auf den Weg zu bringen. „Damit wollen wir einsamen, allein lebenden und pflegebedürftigen Menschen in Krefeld eine besondere Freude machen“, erläutert Walter Fasbender, der dieses Projekt für den gemeinnützigen Verein koordiniert. „Denn die Zubereitung von Mahlzeiten in der häuslichen Umgebung wirkt sich sehr positiv auf das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen aus. Deshalb haben wir professionelle Köche gefragt, ob sie ehrenamtlich dabei mitarbeiten wollen.“

Herbert Chrastek ist leidenschaftlicher Koch und ehemaliger Gastronom der Krefelder Traditions-Gaststätte „Et Bröckske“. Er hat sofort seine Mitarbeit angeboten. „Ich bin seit einiger Zeit Rentner und suche immer eine Beschäftigung, die Sinn stiftet“, sagt Chrastek. „Wenn ich koche und damit jemanden glücklich machen kann, ist das doch eine klasse Sache. Außerdem unterhalte ich mich gerne mit den Leuten, das ist das Schöne am Herd im Haushalt der Menschen“, meint Chrastek.

Sowohl für Chrastek als auch für „Die Wiege“ war es in diesen herausfordernden Zeiten wichtig, dass alle Abläufe coronakonform sind. Das Projekt wurde vor der Realisierung daher umfassend von Ärzten und Apothekern geprüft. Denn beim Kontakt mit pflegebedürftigen und besonders gefährdeten Personen bestehen erhöhte Anforderungen.

Nach dem „Go“ der Experten wurden vor dem Projektstart ausreichend Masken, Handschuhe, Hygiene- und Desinfektionsmittel erworben, um alle erforderlichen Bestimmungen einzuhalten. Zudem kaufte das Projetteam fünf mobile Koch-Boxen, so dass mehrere Köche gleichtzeitig aktiv sein können und nicht auf die Ausstattung der Haushalte mit Koch-Utensilien angewiesen sind.

Die Kosten für diese Grundausstattung sowie die Lebensmittel für die leckeren Mahlzeiten trägt „Die Wiege“. Um das Projekt rasch anzuschieben, war allerdings ein finanzieller Kraftakt nötig. „Dieser gelang dank der Unterstützung des Krefelder Werkstoffherstellers Covestro“, sagt Fasbender: „Viele Pflegebedürftige freuen sich schon auf das Projekt, daher wollten wir das so schnell wie möglich umsetzen.“  Das sei durch die rasche und großzügige Spende von rund 3150 Euro gelungen, berichtet er weiter.

„Das außerordentliche Engagement der Menschen beim Verein ,Die Wiege’ beeindruckt mich sehr. Auch das neue Projekt ist von großer Mitmenschlichkeit der ehrenamtlichen Helfer geprägt“, betont Dr. Sven Michael Hansen, Produktionsleiter bei Covestro in Krefeld-Uerdingen. „Wir möchten es durch unsere Spende so anschieben, dass es auch im nächsten Jahr gut weiterlaufen kann. Denn für die Pflegebedürftigen sind die in der eigenen Küche zubereiteten Mahlzeiten sicher besonders schöne Momente.“

Karin Meincke hofft, dass das neue Projekt viele Menschen zum Mitmachen animiert. Denn sie möchte so auch das Miteinander in der Gesellschaft voranbringen: „Jeder sollte sich mit ganzer Kraft einbringen, um am Aufbau einer menschlichen Gesellschaft mitzuwirken. Deshalb hat der Vorstand unseres Vereins 2019 das „DaSein“-Projekt initiiert. Dazu gehören die ausschließlich ehrenamtliche Unterstützung pflegender Angehöriger, Besuchsdienste, die Begleitung Sterbender und deren Familien. Gerade in diesem Jahr 2020 haben viele Menschen persönlich erfahren, was Einschränkungen bedeuten. Es darf aber nicht nur bei Appellen in Corona-Zeiten bleiben, gerade für pflegebedürftige und alte Menschen ein menschliches Miteinander, Schutz und Nächstenliebe einzufordern. Die jetzt neue, gemeinsam mit Covestro auf den Weg gebrachte Aktion ,Kleine Küche, große Wirkung` ist ein weiterer Schritt unseres Vereins gegen Einsamkeit und Isolation.“

Walter Fasbender heißt der Ansprechpartner

Schwerstkranke aus Krefeld, die sich wünschen, dass es in ihrer Küche mal wieder so richtig dampft und duftet, können sich gerne an „Die Wiege“ wenden. Wer Zeit und Geld für Pflegebedürftige in Not spenden oder als Koch eine tolle Mahlzeit zubereiten möchte, findet unter der E-Mail-Adresse fasbender@wiege-ev.eu oder unter seiner Telefonnummer 0177-5527144 den richtigen Ansprechpartner.

Menschen, denen wir helfen

Saba hat zwei Pflege-Omas

Der Hilferuf an die Wiege hätte nicht lauter sein können. Im Herbst erreichte die Vorsitzenden ein Anruf der Stadt Krefeld, ob sie eine Möglichkeit sehen würden, eine junge afghanische Flüchtlingsfamilie bei der pflegerischen Betreuung der fünf Monate alten schwer kranken Tochter zu unterstützen. Die Kleine hatte während der Geburt einen Herz- und Atemstillstand erlitten, begleitet von Sauerstoffmangel und 20-minütiger Wiederbelebung.

Projektleitungsteam

Manfred Busch

Vorstandsbeauftragter

Karin Meincke

Vorstandsbeauftragte

Marie-Luise Florenz

Klaus Geurden

Detlef Müllers

Christian Ramrath

Elona Hubrach-Verhasselt